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Marburg an der Lahn

In Marburg habe ich abwechselungsreiche Jahre von 1973 bis 1977 verbracht. Zuerst zwei Jahre als Zeitsoldat, anschließend hochmotiviert die vier Semester des vorklinischen Medizinstudiums.

  Die Stadt Marburg ist zum Großteil mit der Philipps-Universität verflochten, die das wirtschaftliche, kulturelle und soziale Leben in der Stadt prägt. Marburg liegt in zentral in Hessen an der Lahn. Die Einwohnerzahl beträgt ca. 80.000. Marburg wurde 1139 erstmals erwähnt und in 1211 gegründet. Zuerst Wohnsitz der Landgrafen der Thüringer, wurde Marburg in 1248 Sitz der ersten Landgrafen von Hessen. 1567 wurde Marburg das Zentrum des unabhängigen Hessen-Marburg.

Die frühe Geschichte von Marburg ist eng verbunden mit der Hl. Elisabeth von Ungarn, die drei Jahre ihres Lebens wohltätiger Hingabe widmete. Sie war die Tochter des ungarischen Königs und heirate den thüringischen Landgrafen Ludwig IV. Nach dem frühen Tod von Ludwig während eines Kreuzzuges in 1227 verließ Elisabeth die Wartburg bei Eisenach und fand Zuflucht auf dem landgräflichen Anwesen in Marburg. Sie konnte sich nicht mit dem königlichen Luxus abfinden und bevorzugte deshalb ein Leben in Frömmigkeit und Selbsthingabe für die Armen und Kranken. Sie errichtete eine Krankenanstalt am Fuße des Schlossberges und verteilte ihr Besitzgut.

Die Altstadt von Marburg erstreckt sich zwischen der Lahn und dem Schloss. Sie ist vom Studentenleben geprägt mit über 100 Kneipen. Dem Besucher erschließt sich in der Umgebung eine reizvolle Landschaft. Das Stadtbild wird vom gothischen Schloss (1277-1493) geprägt mit dem berühmten Rittersaal, der 1529 Austragungsort des religiösen Streitgesprächs zwischen Luther, Zwingli und weiteren protestantischen Reformern war. Streitpunkt war die leibliche Existenz von Christus in Brot und Wein des Abendmals. Der Fürstensaal mit seiner Ausdehnung von 33 x 14m ist der größte weltliche Gothiksaal in Deutschland. Heute dient das Landgrafenschloss als Zentralsammlung des Landes Hessen und beherbergt das Museum für Kulturgeschichte. Die Elisabethkirche wurde zwischen 1235-1281 über dem Grab der Hl. Elisabeth errichtet und repräsentiert eindrucksvoll die Architektur der frühen Gothik. Die Gebäude der Alten Universität (1872-1891) und die Alte Aula sind auch heute noch der zentrale Studententreffpunkt.

Die Philipps-Universität Marburg wurde 1527 vom Landgrafen Philipp von Hessen als erste deutsche protestantische Universität zur Verbreitung des Lutherismus gegründet. Nach 1605 konvertiert der Glaube der Universität formal vom Lutherismus zum Calvinismus. Über die Jahrhunderte führten die Gelehrten von Marburg ein sehr bescheidenes Leben bei einer Studentenzahl von selten mehr als 300. „Andere Städte haben eine Universität, Marburg ist eine Universität“, sagt der Volksmund. Heute zählt die Philipps-Universität ca. 18.000 Studenten und 7.000 Angestellte. Die Philipps-Universität pflegt mehr als 30 internationale Partnerschaften und Austauschprogramme. 2.000 Wissenschaftler lehren und forschen an der Universität. Viele wichtige Forschungsprojekte und bekannte Institute und Einrichtungen quer durch alle Fachbereiche zeugen von der hochangesehenen wissenschaftlichen Reputation der Marburger Universität. Mit ihrer Forschung legt die Universität auch den Grundstein für die wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Region.

Viele bekannte Gelehrte haben an der Universität Marburg studiert und gelehrt. Auf deren Liste finden Professoren wie die Chemiker Robert Bunsen und der Nobelpreisträger Karl Ziegler, der Physiker Ferdinand Braun und die Philosophen Wolfgang Abendroth und Hannah Arendt.

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Die Umgebung von Marburg

Unter den vielen Persönlichkeiten der „Alma mater Philippina“ finden sich neun Nobelpreisträger. Von besonderer Bedeutung war Emil von Behring, der 1901 den ersten Nobelpreis für Medizin erhielt. Er gründete ein Unternehmen für Pharmazie, das noch heute unter seinem Namen in Betrieb ist.

 


* Bild von Rainer Kieselbach/Presseamt der Stadt Marburg zur Verfügung gestellt.

 

 

 

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