Herz-Bildgebung

Herzebenen in der MRT

In der Kardio-MRT sind exakt eingestellte Schichtenebenen für die morphologische und funktionelle Analyse entscheidend. Die Planung der Schichtebenen ist deshalb so anspruchsvoll, weil in der MRT die nachfolgende Schicht mindestens in einer Raumebene senkrecht auf der vorherigen Schicht gezeichnet werden kann. Eine Planungsungenauigkeit wirkt sich deshalb fehlerhaft auf alle nachfolgenden Schichten aus. Das folgende Tutorial gibt Tipps zur anatomisch genauen Akquisition der Herzschichtebenen.

1. Schritt: Generierung von anatomischen Planungsbildern
(rote Pfeile in der Abbildung)
Ausgangsbild ist ein axiales Bild durch den linken Ventrikel
Auf diesem wird eine Schicht zwischen Herzapex und der Mitte der Mitralklappe geplant (vorläufiger Zweikammerblick)
Auf dem vorläufigen Zweikammerblick wird eine Schicht zwischen Apex und Mitralklappenmitte geplant und anschließend um einige Millimeter parallel nach kaudal verschoben (vorläufiger Vierkammerblick)
Auf dem vorläufigen Vierkammerblick wird ein Bildstapel senkrecht zum Kammerseptum akquiriert (vorläufige Kurzachsenschichten). Diese dienen als Ausgangspunkt für die jetzt gemessenen finalen Schichtebenen.

2. Schritt: Akquisition des Dreikammerblicks
(hellgrüne Pfeile in der Abbildung)
Gewählt wird das vorläufige Kurzachsenbild der Herzbasis mit Mitralklappe und LVOT
Entlang der Verbindungslinie durch die Mitte der Mitralklappe und der LVOT-Mitte resultiert der wahre Dreikammerblick
Qualitätskriterium ist die vollständige Größenabbildung vom linken Vorhof, der Mitralklappe, linken Ventrikel, LVOT, Aortenklappe und Bulbus aortae

3. Schritt: Akquisition des Zweikammerblicks
(grüne Pfeile in der Abbildung)
Auf einem vorläufigen Kurzachsenbild wird eine annähernd senkrechte Ebene dergestalt gezogen, dass diese parallel zu den kranialen und kaudalen Berührungspunkten beider Ventrikel ausgerichtet ist und durch die Mitte des linken Ventrikels verläuft
Es entsteht der wahre Zweikammerblick. Dieser ist durch den linken Vorhof, die Mitralklappe und den in voller Länge sichtbaren linken Ventrikel gekennzeichnet

4. Schritt: Akquisition des Vierkammerblicks
(gelbe Pfeile in der Abbildung)
Auf einem vorläufigen Kurzachsenbild wird eine Schichtebene durch die Mitte des linken Ventrikels und dem Apex des rechten Ventrikels geplant
Es entsteht der wahre Vierkammerblick. Auf diesem sind beide Vorhöfe, die Mitral- und Trikuspidalklappe sowie beide Ventrikel in voller Ausdehnung sichtbar. Nicht angeschnitten ist der linksventrikuläre Ausflusstrakt.

5. Schritt: Akquisition der kurzen Herzachse
(orange Pfeile in der Abbildung)
Ein Schichtblock von kurzen Herzachsen wird auf dem wahren Vierkammerblick dergestalt eingezeichnet, dass die neuen Schichtebenen senkrecht zum Ventrikelseptum stehen
Es entsteht die wahren Kurzachsenschichten, die den gesamten linken Ventrikel abdecken. Qualitätskriterium ist die kreisrunde Abbildung des linken Ventrikels.

Herzebenen in der MRT6. Schritt: Akquisition des linksventrikulären Ausflusstrakts
(ohne Abbildung)
Ausgangsschicht ist der Dreikammerblick. Es wird eine Schicht entlang des LVOT, der Mitte der Aortenklappe und des Bulbus aortae geplant
Qualitätskriterium des resultierenden LVOT ist eine Schicht durch den linken Ventrikel, die Aortenklappe und die Aorta thoracica ascendens

7. Schritt: Akquisition der Aortenklappe
(ohne Abbildung)
Auf dem Dreikammerblick wird eine Schicht  parallel zur geschlossenen Aortenklappe eingezeichnet. Danach Kontrolle der Schichtebene auf dem linksventrikulären Ausflusstrakt
Wegen der Bewegung der Klappenebene im Herzzyklus müssen mehrere Schichten zur Beurteilung des Klappenspiels gemessen werden

8. Schritt: Akquisition der Mitralklappe
(ohne Abbildung)
Die Klappe wird auf dem wahren Vierkammerblick entlang der geschlossenen Mitralklappe geplant, die Ebene danach auf dem Zweikammerblick kontrolliert
Wegen der Bewegung der Klappenebene im Herzzyklus müssen mehrere Schichten zur Beurteilung des Klappenspiels gemessen werden

9. Schritt: Akquisition des Zweikammerblicks rechts
(ohne Abbildung)
Es wird eine Schicht auf dem wahren Vierkammerblick eingezeichnet. Diese verläuft in den rechten Herzhöhlen durch die Mitte der Trikuspidalklappe parallel zum Vorhof- und Ventrikelseptum
Abgebildet werden der rechte Vorhof, die Trikuspidalklappe und der rechte Ventrikel

10. Schritt: Akquisition der Trikuspidalklappe
(ohne Abbildung)
Die Planung wird auf dem wahren Vierkammerblick entlang der Trikuspidalklappe vorgenommen. Anschließend Kontrolle der Schichtebene auf dem rechten Zweikammerblick
Wegen der Bewegung der Klappenebene im Herzzyklus müssen mehrere Schichten zur Beurteilung des Klappenspiels gemessen werden

11. Schritt: Akquisition des rechtsventrikulären Ausflusstraks
(ohne Abbildung)
Ausgangsschicht ist die axiale Schichtebene in Höhe des Truncus pulmonalis. Es wird eine Schicht durch den Truncus pulmonalis und die Aorta thoracica descendens geplant. Im rechten Zweikammerblick muss die Pulmonalklappe mittig lokalisiert sein
Als Qualitätskriterium müssen der rechtsventrikuläre Ausflusstrakt, die Pulmonalklappe und der Truncus pulmonalis abgebildet sein

12. Schritt: Akquisition der Pulmonalklappe
(ohne Abbildung)
Die Planung erfolgt auf dem rechtsventrikulären Ausflusstrakt mit Kontrolle der Schichtebene auf dem rechten Zweikammerblick
Wegen der Bewegung der Klappenebene im Herzzyklus müssen mehrere Schichten zur Beurteilung des Klappenspiels gemessen werden

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