Beiträge zu bildgebenden Diagnostik an der Hand

Die intrinsischen Ligamente

Nach anatomischer Lokalisation sind die intrinsischen Bänder interossär zwischen den Handwurzelknochen lokalisiert.


Lig. scapholunatum (SLL)

Lig. scapholunatumDas SLL verläuft in sagittaler Ausdehnung hufeisenförmig zwischen den peripheren Rändern des Skaphoids und des Lunatums. Sowohl sein spezieller Bau als auch seine Elastizität lassen Rotationsbewegungen entsprechend der unterschiedlichen Gelenkkurvaturen zwischen dem Skaphoid und dem Lunatum während der Flexion und Extension zu. Das SLL besteht aus drei Segmenten mit unterschiedlicher Biomechanik:

Das palmare SLL-Segment spannt sich mit schrägem Verlauf in der Koronalebene auf. Dieser Abschnitt, der länger als die beiden anderen Segmente ist und aus Kollagenfasern und lockerem Bindegewebe besteht, gestattet palmarseitig geringe Relativbewegungen zwischen Skaphoid und Lunatum.
Das mittlere SLL-Segment liegt in der axialen Ebene und hat als fibrokartilaginäre Membran keinerlei stabilisierende Funktion. Dieser zentrale Abschnitt neigt zu degenerativen Perforationen.
Das dorsale SLL-Segment ist aus dicht gepackten Kollagenfasern aufgebaut, die in der Koronalebene horizontal verlaufen. Der kräftige und relativ kurze Bandabschnitt gewährleistet die Stabilität im skapholunären Kompartiment. Deshalb zieht die isolierte oder kombinierte Ruptur des dorsalen SLL-Segments immer die Entwicklung einer skapholunären Dissozation (SLD) und einer Rotationssubluxation des Skaphoids (RSS) nach sich.

MR-ArthrographieErwähnt müssen die sog. sekundären Stabilisatoren. Diese unterstützenden Strukturen können anfangs eine Dissozation passager verhindern, selbst wenn das SLL komplett rupturiert ist. Die wichtigsten sekundären Stabilisatoren sind das palmare STT-Ligament, das Lig. radioscapholunatum (RSCL), das Lig. scaphocapitatum (SCL) und die Flexor-carpi-radialis(FCR)-Sehne.


Lig. lunotriquetrum (LTL)

Das LTL ist ähnlich wie das SLL aufgebaut, ist jedoch kleiner. Es hat ebenfalls eine Hufeisenform:

Das kräftige palmare LTL-Segment gewährleistet die funktionelle Stabilität im lunotriquetralen Kompartiment. Dieser Abschnitt besteht aus dicken Kollagenfasern mit horizonalem Verlauf in der Koronalebene.
Das mittlere LTL-Segment ist eine dünne, in der Axialebene verlaufende Membran ohne Stabilitätsfunktion. Diese Region neigt zu degenerativen Perforationen.
Das dorsale LTL-Segment, das aus dünnen, horizontalen Fasern aufgebaut ist, trägt nur wenig zur Bandstabilität bei. Zusätzlich wirken sekundäre Stabilisatoren – hauptsächlich das palmare und dorsale Lig. radiolunotriquetrum (pRLTL und dRLTL) – unterstützend im lunotriquetralen Kompartiment.

Aktuelles

Hier finden Sie Hinweise zu Publikationen, Vorträgen und zu unseren Partnern. Für Details bitte in die jeweilige Abbildung klicken.
ecr2015.gif