Beiträge zu bildgebenden Diagnostik an der Hand

Nervenkompressionssyndrome

Als häufigstes Kompressionssyndrom am peripheren Nervensystem gilt das des N. medianus im Karpaltunnel, das sog. Karpaltunnelsyndrom (KTS). Die Diagnose eines KTS stützt sich im Wesentlichen auf die klinischen und elektrophysiologischen Befunde, während die Sonographie und MRT zur Diagnosestellung routinemäßig nicht benötigt werden. Bei den meisten Patienten mit KTS-Symptomen kann die Bildgebung auf die Röntgenstandardprojektionen des Handgelenks in zwei Ebenen beschränkt werden, um eine knöcherne Karpaltunnelstenose in Folge eine karpalen Kollapses (SLAC wrist und SNAC wrist) auszuschließen.

Jedoch kann die MRT beim KTS in zwei Situationen diagnostisch eingesetzt werden:

zum einen, wenn eine raumfordernde Läsion wie eine hypertrophe Tendovaginose der Flexoren, ein Ganglion, ein Neoplasma, eine rheumatoide Arthritis, eine Gicht oder eine CPPD-Arthropathie vermutet wird,

zum anderen, wenn es gilt, die Ursachen von persistierenden Beschwerden nach einer operativen Karpaldachspaltung abzuklären.

Vier Diagnosekriterien finden sich in der Bildgebung des KTS:

die Signalhyperintensität des N. medianus in T2-gewichteten Sequenzen (cave: Hypointensität beim chronischen KTS) bzw. eine Hypoechogenität im Ultraschall

die pseudoneuromartige Nervenverdickung in Höhe des Pisiforme (Normalwert: 10x6mm2)

die Abflachung des N. medianus in Höhe des Hamatum und

die palmare Vorwölbung des Retinaculum flexorum.

Das Ulnartunnelsyndrom (UTS) ist die Kompressionsneuropathie des N. ulnaris innerhalb der Guyon-Loge. Die Loge ist ein osteofibröser Kanal an der Ulnarseite des Handgelenks mit den N. ulnaris und der A. ulnaris als Inhaltsstrukturen. Mit der hochauflösenden MRT gelingt es, raumfordernde Prozesse in der Guyon-Loge – wie Ganglien, Lipome, Aneurysmen der A. ulnaris und Varianten des M. abductor digiti minimi – nachzuweisen.

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