Beiträge zu bildgebenden Diagnostik an der Hand

Skaphoidfraktur

Kahnbeinfrakturen repräsentieren ca. 60% aller Handwurzelfrakturen. Sie sind meist Folge eines Hyperextensionstraumas.

In der Projektionsradiographie wird eine nicht unerhebliche Zahl von Skaphoidfrakturen übersehen. Ursache hier ist zum einen die häufig fehlende oder nur minimale Fragmentdislokation, zum anderen die doppelschräge Ausrichtung des Skaphoids zu den Röntgenprojektionsebenen.

Bei klinischem Verdacht auf eine Skaphoidfraktur und kurzfristiger Verfügbarkeit einer CT- oder MRT-Untersuchung können die konventionellen Röntgeneinstellungen auf die dorsopalmare, die seitliche und die sog. Stecher-Projektion (dorsopalmare Aufnahme im Faustschluss und in Ulnarduktion) begrenzt werden.

In der MRT sind T2-gewichtete Sequenzen am sensitivsten im Nachweis einer Skaphoidfraktur. Jedoch hat die MRT-Diagnostik eine etwas geringere Spezifität aufgrund der schwierigen Abgrenzung einer Fraktur gegenüber der Knochenkontusion („bone bruise“). Deshalb muss vermieden werden, ein traumatisches Knochenmarködem ohne Nachweis einer signalarmen Frakturlinie fälschlicherweise als Fraktur zu werteten.

Die CT ist die Methode der Wahl für die Bestimmung des Frakturverlaufs und des Ausmaßes der Fragmentdislokation. Ein charakteristisches Dislokationsmuster ist die sog. „humpback“-Deformität, die aus der Extensionsstellung des proximalen Fragments und der Flexionsstellung des distalen Fragments resultiert. Ferner dient die CT-Diagnostik der Festlegung der Frakturstabilität. Eine instabile Skaphoidfraktur liegt bei folgenden Konstellationen vor:
bei allen Frakturen des proximalen Kahnbeinpols
bei einer „humpback“-Dislokation der Fragmente
bei einer Frakturspaltbreite von mehr als 1mm sowie
bei einer komplexen Handwurzelfraktur unter Einschluss des Skaphoids.

  Aufgrund des intraossär retrograden Verlaufs der Vasa nutritia neigen Frakturen des proximalen Kahnbeindrittels gehäuft zur Ausbildung von Pseudarthrosen und zu Osteonekrosen des proximalen Fragments.

Die Bildzusammenstellung zeigt Skaphoidfrakturen von vier verschiedenen Patienten jeweils in der schräg-sagittalen Ebene. a) Traumatisches Knochenmarködem („bone bruise“) ohne Nachweis einer Frakturlinie in einer STIR-Sequenz. b) Fraktur des proximalen Kahnbeinpols in einer T1-SE-Sequenz. c) Skaphoidfraktur mit „humpback“-Deformität mit eingezeichneten Linien entlang der Längsausdehnung der Fragmente. d) Trümmerfraktur des Skaphoids mit Versprengung eines Fragments in den Frakturspalt.

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