Beiträge zu bildgebenden Diagnostik an der Hand

MRT-Diagnostik der Hand

Die hochaufgelöste MRT des Handgelenks und der Finger erfordert einige technische Voraussetzungen.

Diese umfassen:

Eine magnetische Flussdichte von mindestens 1.0 T
eine Gradientenfeldstärke von mehr als 20 mT/m
eine spezielle Handgelenksspule - am besten eine Mehrkanal-Phased-Array-Spule - mit Lagerung in-center (1. Bild) oder off-center (2. Bild) und
ein Sequenzprotokoll, das alle orthogonalen Raumebenen sowie T1- und T2- sowie knochenmarksensitive Kontraste umfasst.

MRT-Untersuchungstechnik an der Hand

In der MRT-Diagnostik der Hand werden folgende Akquisitionsparameter benötigt:

Ein Abtastfeld (FoV) von 80 bis 100mm
eine Schichtdicke von 2.0 bis 3.0mm ohne Schichtlücken für die 2D-Bildgebung sowie 0.5 bis 1.0mm für die 3D-Bildgebung
bevorzugt folgende Sequenzen: koronal, fettsaturiert PD-FSE (alternativ STIR), axiale T2*-GRE sowie koronal und sagittal T1-SE nativ und kontrastverstärkt.

Nach unserer eigenen Erfahrung wir die diagnostische Genauigkeit der MRT durch die intravenöse Kontrastmittelgabe deutlich verbessert aufgrund eines fokalen Enhancements bei folgenden Pathologien:

Beim subakuten Weichteiltrauma
bei synovialen Erkrankungen
in der Stadienzuordnung der Osteonekrosen und
in der Entitätszuordnung und im Staging von Weichteil- und Knochentumoren.

 

MRT der intrinsischen Ligamente

Die MRT hat das einzigartige Potenzial, die karpalen Ligamente direkt darzustellen. Folgende methodische Besonderheiten müssen berücksichtigt werden:

Bezüglich der Hardware müssen die oben genannten   Kriterien erfüllt sein. Mit MRT-Scannern von 3.0 T Flußdichte können die karpalen Bänder und der TFCC verbessert zur Darstellung gebracht werden.
Für anatomische Detailinformationen über die karpalen Ligamente und die Gefügeanordnung der Handwurzel werden Schichten in den drei Raumebenen mit den verschiedenen Gewichtungen (T1-SE, PD- oder T2-FSE, T2*-GRE, STIR-FSE) akquiriert. Für die subtile Banddiagnostik sind 3D-Sequenzen (FLASH, MP-RAGE, VIBE, THRIVE) vorteilhaft.

In der nativen MRT sind die Ligamente mittels T2*-GRE- und fettsaturierten PD-FSE-Sequenzen gut darstellbar. Wegen des Teilvolumeneffekts sollten die Schichten nicht dicker als 2mm sein. Es werden immer auch axiale Schichten empfohlen, mit denen die dorsalen und palmaren Bandsegmente gut abgegrenzt werden können. Gespoilte 3D-T2*-GRE-Sequenzen ermöglichen die Bildgebung im Submillimeterbereich. In der kontrastverstärkten MRT kann ein fokales Enhancement an der ligamentären Rupturstelle nachgewiesen werden (native Sequenz im oberen Bild, kontrastmittelverstärkte unten). Die fokale Kontrastmittel-anreicherung wird durch die Hyperämie einer Synovialitis und durch fibrovaskuläres Reparationsgewebe hervorgerufen. Die intravenöse Kontrastmittelapplikation wird kontrovers diskutiert.

Die direkte MR-Arthrographie

Wenn klinisch eine skapholunäre (SLD) oder lunotriquetrale (LTD) Dissoziation vermutet wird, werden mit der postarthrographischen MRT (MR-Arthrographie) Rupturen an den intrinsischen SL- und LT-Ligamenten am sensitivsten nachgewiesen. Auch können mit der MR-Arthrographie Läsionen des ulnokarpalen Komplexes (TFCC) nachgeweiesen werden. Bei der MR-Arthrographie wird eine 1:200 verdünnte Kontrastmittellösung (Verhältnis von Gadolinium-haltigem zu Röntgenkontrastmittel) unter Durchleuchtung in ein oder mehrere Handgelenkskompartimente unter Durchleuchtungssicht eingebracht. Es schließt sich eine hochaufgelöste 2D- und 3D-MRT-Bildgebung an. Die genauere Ligamentdarstellung wird bei diesem Vorgehen durch die Distension der intraartikulären und intrakapsulären Bänder sowie durch einen verbesserten Kontrast um die Ligamente ermöglicht. Im Bildbeispiel findet sich ein intaktes Lig. scapholunatum in der koronalen Ansicht mit dorsalem (a), mittlerem (b) und palmarem Segment (c) sowie in der axialen Ansicht (d) mit den dorsalen und palmaren Segmenten.

 

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