Beiträge zu bildgebenden Diagnostik an der Hand

Projektionsradiographie der Hand

Die konventionelle Röntgendiagnostik ist die Grundlage der bildgebenden Diagnostik am knöchernen Handskelett.

  Im Bildbeispiel kommen die betroffenen Gelenke einer langjährigen Gicht-Osteoarthropathie übersichtlich zur Darstellung. Die Röntgenübersichtsaufnahmen sollten immer der weiterführenden Untersuchung mittels Ultraschall, CT oder MRT vorangehen.

Technische Durchführung

Zur korrekten Beurteilung der Ulnavarianz und der karpalen Gefügeanordnung müssen die Röntgenaufnahmen am Handgelenk in Neutral-stellung (entsprechend der Mittelstellung zwischen der Pronation und Supination) sowie mit Zentrierung auf das Radiokarpalgelenk durchführt we  rden.

Die Anzahl der durchgeführten Röntgenprojektionen sollte klein gehalten und in unklaren Fällen frühzeitig die Indikation zur CT oder MRT gestellt werden.

Bildinterpretation

Wenn die dorsopalmare Aufnahme in Neutralstellung und mit Zentrierung auf das Radiokarpalgelenk aufgenommen wurde, können am normalen Handgelenk drei harmonische, parallel verlaufende Bögen (sog. Gilula-Linien) entlang der proximalen und distalen Handwurzelreihe gezogen werden. Eine Störung der karpalen Gefügeanordnung muss angenommen werden, wenn eine oder zwei dieser Karpalbögen mit Konturstufen unterbrochen sind oder das Lunatum dreieck- oder halbmondförmig statt in Trapezform zur Darstellung kommt. Weiterhin hat das Lunatum im radiolunären Kompartiment normalerweise mehr als 50% Gelenkflächenkontakt zum Radius. Die radiolunäre Kontaktstrecke ist reduziert im Falle einer Instabilität mit ulnarer Translokation der Handwurzel.

Auf der seitlichen Röntgenaufnahme werden mit Hilfe von Verbindungslinien parallel zur Längsausdehnung von Radius, Lunatum, Kapitatum und Skaphoid folgende Winkel bestimmt: radiolunärer Winkel (Normalwert: 0 ± 15 Grad), lunokapitaler Winkel (Normalwert: 0 ± 15 Grad) und skapholunärer Winkel (Normalwert: 45 ± 15 Grad). Jeder Winkel, der die angegebenen Bereiche überschreitet, muss pathologisch und als Ausdruck einer karpalen Instabilität bewertet werden. Bei normaler Gefügeanordnung der Handwurzel sind die Geraden durch die mittlere Säule und deren Nachbarschaft (bestehend aus Radius, Lunatum, Kapitatum und Metakarpale III) entlang einer Verbindungslinie ausgerichtet, d.h. die genannten Skelettelemente sind kolinear ausgerichtet.

Aktuelles

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