Gefäß-Bildgebung

Vaskulitiden

Primär entzündliche Gefäßveränderungen als Ursache von Durchblutungsstörungen sind an der unteren Extremität selten. Anamnestische Daten und charakteristische Bildbefunde sind wegweisend.

Thrombangiitis obliterans Winiwarter-Buerger

Es handelt sich um eine in Schüben verlaufende Entzündung der kleinen und mittelgroßen Arterien und Venen. Überwiegend betroffen sind Männer unter 40 Jahren. Die Ursache ist unbekannt, maßgeblich wird neben einer Immunpathogenese der Nikotinabusus angesehen. Im Gefäßendothel kommt es zu Entzündungsinfiltraten, die zur Lumenobstruktion und  Thrombusabscheidung führen.

Die Symptome beschränken sich auf die Unterschenkel-Fuss-Region. Anfangs finden sich Dysästhesien mit einem Kälte- und Taubheitsgefühl, später belastungsabhängige Schmerzen („instep claudicatio“), periphere Ödeme und akrale Nekrosen. Die betroffenen Gefäße sind druckempfindlich. Eine migratorische Phlebitis kann vorliegen. Wegweisend sind erhöhte Entzündungsparameter (BSG, CRP) sowie der Nachweis von Elastin-Antikörpern.

MRA-Befunde

In multifokaler Ausdehnung werden angetroffen:Vaskulitis
konzentrische Stenosen bis hin zu Verschlüssen
(Filum-terminale-Zeichen)
abrupte Gefäßverschlüsse von regulären Arterien (Cut-off-Zeichen)
Segmentverschlüsse an Kruralarterien (skip lesions)
korkenzieherartige Kollateralen, die das Verschlusssegment überbrücken
Prädilektionsgefäße sind die infragenuale A. poplitea (PIII) sowie Unterschenkel- und Plantararterien
A. femoris superficialis häufig mit geschlängeltem Verlauf.

Differenzialdiagnostisch kann die periphere Embolie häufig nicht von der Thrombangiitis obliterans abgegrenzt werden.

Seltene Vaskulitiden

Gemeinsames Kennzeichen ist die Entzündung in der Gefäßwand. Unterschieden werden primäre Vaskulitiden bei unbekannter Ursache (Riesenzell-Arteriitis, Takayasu-Arteriitis) von sekundären Vaskulitiden mit bekannter Ursache (z. B. bei Zytomegalie-Infektion, Kollagenosen sowie medikamenteninduzierte Vaskulopathien). Viele der Vaskulitiden, wie z.B. die Takayasu-Arteriitis, manifestieren sich nicht an der unteren Extremität. Die selbstlimitierende Riesenzell-Arteriitis wird den rheumatischen Erkrankungen zugerechnet und betrifft vorwiegend ältere Menschen im Gefolge einer Polymyalgia rheumatica. Meist sind die Kopfgefäße (Arteriitis temporalis Horton) involviert, selten die untere Extremität.

MRA-Befunde

Die Gefäßwand ist in der MRT verdickt und weist ein Kontrastmittelenhancement ebenso wie die umgebenden Weichteile auf. Bei der Vaskulitis werden T1-gewichtete SE-Sequenzen nativ und nach Kontrastmittelgabe additiv zur MRA empfohlen. Nach Abklingen der akuten Entzündung persistieren Stenosensegmente mit glatter Begrenzung.


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