Gefäß-Bildgebung

Arterielle Embolie

Bei der akuten Extremitätenischämie („acute critical ischemia“) kommen in ca. 80% der Fälle als Emboliequellen in Frage:

der linke Herzvorhof und linke Ventrikel im Rahmen von Arrhythmien und postinfarziellen Aneurysmen (kardiale Embolie), seltener der rechte Vorhof bei einem offenen Foramen ovale
die vorgeschalteten Arterien, wenn diese arteriosklerotisch verändert sind, Aneurysmen tragen (Aorta, A. poplitea) oder einem Trauma oder einer Kathetermanipulation ausgesetzt waren (arterioarterielle Embolie).
eine subakut-bakterielle Endokarditis.

Ca. der 20% der akuten Verschlussereignisse werden durch eine lokale arterielle Thrombose an arteriosklerotisch veränderten Nativgefäßen oder an peripheren Bypässen hervorgerufen. Nur selten führt eine Aortendissektion durch den Einbezug der Iliakalarterien zur lokalen Thrombose in der iliakofemoralen Etage.

Arterielle EmbolienAbgesehen von Herzrhythmusstörungen besteht eine akute Symptomatik ohne klinische Vorboten, die durch die „5P“ nach Pratt: Pulselessness, pain, paleness, paraesthesia, and paralyis gekennzeichnet ist. Bei der arteriellen Thrombose findet sich meist eine frühere Claudicatio auf dem Boden einer pAVK. Eine Sonderform ist das „Blue-toe“-Syndrom. Kleine Cholesterol- oder Fibrinpartikel sowie Thrombozytenaggregate können sich ablösen und nach peripher in die Digitalarterien embolisieren.

MRA-Befunde

Die MRA kommt beim akuten Gefäßverschluss selten zum Einsatz, da unter Zeitdruck die Katheterangiographie die Vorteile der schnellen Durchführung und die Möglichkeit der anschließenden Gefäßrekanalisation bietet. Zur alleinigen Diagnostik verspricht die CT-Angiographie Vorteile gegenüber der MRA aufgrund der raschen Durchführbarkeit. Angiographische Zeichen der akuten Embolie sind:
der komplett okkludierende Füllungsdefekt der Kontrastmittelsäule mit nach proximal konkaver Grenze (sog. „Kuppelzeichen“) (Pfeile),
die fehlenden Kollateralgefäße
bevorzugte Lokalisation an Gefäßaufzweigungen, wo embolisches Material hängen bleibt, fragmentiert wird und zu mehrsegmentalen Gefäßokklusionen führt (geschlossene und offene Pfeile)
das „leere Angiogramm“ nach distal, da keine Kollateralgefäße vorhanden sind oder die Ostien abgehender Gefäße durch den Thrombus verlegt wurden
eine proximale Appositionsthrombose ist möglich
das Fehlen von arteriosklerotischer Wandveränderungen bei der kardialen Embolie.

Mit der MRA kann die Ausdehnung der Verschlussstrecke bestimmt werden. Zur ätiologischen Zuordnung muss die gesamte Gefäßstrecke hinsichtlich arteriosklerotischer und aneurysmatischer Wandläsionen analysiert werden, während bei Patienten mit Herzrhythmusstörungen eine kardiale Diagnostik veranlasst werden muss. Beim Blue-toe-Syndrom ist eine ausgiebige angiographische Diagnostik der vorgeschalteten Arterien indiziert.

Hinweis: Bei der akuten Ischämie korreliert die klinisch festlegbare proximale Verschlussgrenze nur unzureichend mit der radiologisch gefundenen Verschlusslokalisation. Ursachen sind bereits vorbestehende Kollateralkreisläufe und die aktuelle Herzleistung.

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