Gefäß-Bildgebung

Femoropopliteale Verschlüsse

Die femoropopliteale Region ist mit knapp 50% am häufigsten von der pAVK betroffen, dabei Männer 5- bis 10-mal häufiger als Frauen. Ursachen sind in ca. 80% der Fälle die Arteriosklerose, seltener traumatische und postembolische Verschlüsse, entzündliche Läsionen (Endangiitis obliterans, sonstige Arteriiten) sowie spezielle Pathologien der A. poplitea (thrombosiertes Poplitealarterienaneurysma, zystische Adventitiadegeneration sowie die Kompressionssyndrome).

Klassifikation

Femoropopliteale Läsionen werden morphologisch (Lokalisation, Schweregrad, Länge) nach den Kriterien der TASC-II-Klassifikation (Transatlantic Intersociety Consensus) bewertet.

Klassifikation der femoropoplitealen pAVK nach TASC II
Typ Stenosen- und Verschlusssegmente
A
•    singuläre Stenose < 10cm
•    singulärer Verschluss < 5cm
B •    multiple Stenosen und Verschlüsse < 5cm
•    singuläre Stenosen und Verschlüsse < 15cm oberhalb des Kniegelenks
•    singuläre / multiple Läsionen, Therapie verbessert Bypass-Einstrom
•    Verschluss < 5cm mit schweren Kalzifikationen
•    singuläre Stenose der A. poplitea
C •    multiple Stenosen oder Verschlüsse > 15cm (ohne oder mit Kalzifikationen)
•    therapiebedürftige Rezidivstenose nach 2 endovaskulären Vorbehandlungen
D •    chronischer Verschluss der A. fem. comm., A. fem. sup. und A. poplitea > 20cm
•    chronischer Verschluss der A. poplitea und der proximalen Trifurkation


Femoropopliteale pAVKSymptome beginnen meist erst, wenn zusätzlich Stenosen im Profunda-Kreislauf und/oder im poplitealen Empfängersegment vorliegen. Sie bestehen in belastungsabhängigen Schmerzen in den Unter¬schenkeln, Kältegefühl, Dysästhesien und herabgesetzten peripheren Pulsen. Nach 5 Jahren besteht bei 75% der Patienten auch eine kontralaterale Symptomatik. Okklusionen in der A. femoris profunda führen zu belastungsabhängigen Beschwerden in den Oberschenkeln. Jedoch können diese fehlen, wenn kräftige Kollateralen ausgebildet sind. Im Vergleich zur aortoiliakalen Etage schreitet die femoropopliteale pAVK rascher voran und ist prognostisch ungünstiger, wenn durch Mitbeteiligung der benachbarten Verteilerzonen die Kollateralwege kompromittiert sind.

MRA-Befunde

Auch bei nur einseitigen Beschwerden sind bei der „pAVK vom Oberschenkel-Verschlusstyp“ in der MRA meistens schon Gefäßalterationen am asymptomatischen Bein nachweisbar:
Das femoropopliteale Segment ist nur in 20% isoliert betroffen, in 80% finden sich kombinierte Okklusionsprozesse, nämlich in jeweils 40% auch Läsionen des aortoiliakalen Einstroms sowie des kruropedalen Ausstroms.
Der isolierte Verschluss der A. femoris communis entspricht dem der A. iliaca externa, geht jedoch rasch in die Stadien III und IV über, da die femorale Verteilerzone einbezogen ist.
Die A. femoris profunda neigt zur Stenosierung ihres Abgangsbereichs an der Femoralisgabel (Pfeile), insbesondere bei Diabetikern, bei denen auch langstreckige Profunda-Läsionen angetroffen werden.
Am häufigsten ist die A. femoris superficialis im Adduktorenkanal mit Stenosen oder Verschlusssegmenten betroffen. Ein chronischer Superficialis-Verschluss kann durch Kollateralen aus der A. femoris profunda (wichtigster „körpereigener Bypass“) komplett kompensiert werden. Es werden drei Verschlusstypen unterschieden: Kurzstreckiger Segmentverschluss (Typ I in 20% der Fälle), Kombination aus Verschlusssegment und langstreckiger Stenose (Typ II in 20%) sowie langstreckiger Gefäßverschluss (Typ III in 60%).
Das Poplitealsegment II ist häufig in die Arteriosklerose einbezogen, seltener das Segment III und die Trifurkation. Da die A. poplitea ein potenzielles Bypass-Anschlussgefäß ist, muss sie und die Trifurkation in den MIP- und Partitionsbildern genau analysiert werden.

Aktuelles

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