Gefäß-Bildgebung

Artefakte in der peripheren MRA

Artefakte, die die Gefäßdarstellung kompromittieren können, haben in der MRT vielfältige Ursachen:

Artefakte in der MR-AngiographieSuszeptibilitätsartefakt: Ferromagnetische Metallimplantante verursachen aufgrund von Suszeptibilitätssprüngen diagnostisch störende Signalauslöschzonen, die zum Scheineffekt eines abrupten Gefäßabbruchs führen können, (Pfeil auf einer osteosynthetisch versorgten Fibulafraktur). Die Auslöschzonen sind auch in den nativen Partitionen erkennbar.
Stentartefakt: Diagnostisch limitierend sind Stents, die in Abhängigkeit von ihrer Materialbeschaffenheit und Architektur unterschiedlich intensive Signalauslöschungen hervorrufen. Nitinol-Stents und Stent-Grafts vom Typ Vanguard verursachen vergleichsweise geringe Artefakte, stahlhaltige Stents dagegen massive.
Atmungsartefakt: Atembewegungen rufen in der Abdomen- und Beckenetage Unschärfen („blurring“) an den bewegten Gefäßen durch fehlerhafte Ortszuordnung der anatomischen Bildinformation während der Datenakquisition und Schichtsubtraktion hervor.
Ringing-Artefakt: Streifenartefakte entstehen durch eine unzureichende Kontrastmitteldichte im Untersuchungsvolumen. Ursachen sind a) das falsche Timing der Datenakquisition, b) die Kontrastmittelausdünnung im Stenosensegment und distal hiervon und c) die Kontrastmittelausdünnung distal eines hämodynamisch wirksamen Aneurysmas.
Venöses Überlagerungsartefakt: Betroffen ist die Kruropedalregion bei verkürzter Kreislaufzeit in Folge einer Entzündung. Die wirksamste Methode zur Vermeidung von Venenüberlagerungen ist die zeitaufgelöste MRA.
Partialvolumen-Artefakt: Bei dickschichtigen, koronalen Partitionen erscheinen die Gefäße in orthogonalen Rekonstruktionen wegen der dann wirksamen Anisotropie unschärfer und mit unphysiologisch großem Diameter.

Vaskuläre Pseudoläsionen

Folgende Scheinläsionen im MRA-Luminogramm sollten dem Befunder bekannt sein:
Bei zu geringer Tiefenausdehnung des Untersuchungsvolumens werden elongierte Gefäße unvollständig erfasst; z.B. kann eine geschlängelte Iliakalarterie dorsal „aus dem Slab laufen“. Das nicht erfaßte Gefäßsegment erscheint im koronalen MIP-Bild als Verschluss. Die seitliche MIP-Ansicht klärt den Gefäßverlauf auf (Pfeile).
Metallische Implantate können durch den Suszeptibilitätsartefakt zum Scheineffekt eines abrupten Gefäßabbruchs führen (Pfeil). Die Situation lässt sich durch die Analyse des Nativbilds klären, in dem bereits eine Auslöschzone vorliegt, während sich im Subtraktionsbild hyperintense Bänder in den Randbereichen finden.
Ähnliche führen Suszeptibilitätssprünge an titanhaltigen Stents (Pfeile) und chirurgischen Gefäßclips häufig zum Signalverlust mit Pseudostenosen. Keine Artefakte verursachen Clips aus Polydioxanon.
In Phasenkodierrichtung kann bei kleinem FoV die Einfaltung von signalreichen Strukturen (z.B. Fettgewebe) im Subtraktionsbild zum lokalen Signalverlust und zur Pseudookklusion führen (Aliasing-Artefakt).
Residuales arterielles Kontrastmittelmittel in den Maskenbildern aus einer vorgeschalteten Serie führt in der Subtraktion zur Kontrastauslöschung und damit zur Pseudoläsion (Subtraktionsartefakt).
Beim partiell thrombosierten Aneurysma wird im Subtraktionsbild nur das effektiv durchflossene Lumen dargestellt. Die gesamte Aneursymaausdehnung kann auf nichtsubtrahierten Partitionsschichten und in den Schichten von ergänzenden FSE- und SSFP-Sequenzen bestimmt werden (Pfeile).
Der langsame Fluß in großen Aneurysmen führt zur verspäteten Kontrastmittelankunft in nachgeschalteten Gefäßsegmenten. Das Fehl-Timing mit verfrühtem Sequenzstart kann fälschlicherweise ein Gefäßverschluss vortäuschen.
Die Kombination aus hoher Ortsauflösung in der Datenakquisition und zu geringer Kontrastmitteldichte kann zu Pseudostenosen führen. Das Phänomen wird bei der Tischverschiebe-MRA regelhaft an den Nierenarterien beobachtet, seltener im Unterschenkelbereich. Es wird ein additiver Datensatz mit einem Kontrastmittelfluss von größer als 1,5ml/s empfohlen.
Eine externe Kompression der A. dorsalis pedis unter dem Retinaculum extensorum kann durch eine intensive Plantarflexion der Füße oder zu straffer Fixation hervorgerufen werden (Pfeile).


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