Gefäß-Bildgebung

Femoropopliteale Normalanatomie

Erläutert werden der Verlauf und topographische Anatomie der Beinarterien vom Leistenband bis zur Kniekehle.

Anatomie der femoropoplitealen ArterienDie A. femoris communis erstreckt sich kaudal des Leistenbandes über 3 bis 6cm medial des  M. pectineus. Durch die Aufgabelung in die A. femoris profunda und A. femoris superficialis kommt dem Communis-Segment die Funktion der „femoralen Verteilerzone“ zu.

Die A. femoris profunda gewährleistet die Durchblutung des Oberschenkels. Bei Stenosen oder Verschlüssen der A. femoris superficialis übernimmt die intakte A. femoris profunda die kollaterale Blutversorgung. Sie nimmt einen dorsalen Verlauf und wird in MIP-Schrägprojektion dargestellt. Seitenäste sind
die Aa. circumflexae femoris medialis et lateralis, die beide miteinander anastomosieren (femoroprofundale Kollateralen)
drei Aa. perforantes, die in ihrem dorsalen Verlauf die Adduktorenmuskulatur (Pfeil in a und b) in parossaler Lage durchdringen.

Die A. femoris superficialis sorgt für die Durchblutung des Unterschenkels und Fusses. Sie verläuft im proximalen und mittleren Oberschenkelabschnitt in der Rinne zwischen den Adduktorenmuskeln und dem M. vastus medialis (offener Pfeil in a und b), hier bedeckt vom M. sartorius (Dreieck in a und b) als ihrem Leitmuskel. Das distale Gefäßsegment verläuft im Adduktorenkanal. Zuvor biegt die A. femoris superficialis nach dorsal durch den Hiatus tendineus ab und passiert dabei den M. adductor magnus. Dünnlumige Gefäßabgänge sind proximal die A. epigastrica superficialis und die A. circumflexa iliaca superficialis, distal das Rete articularis genu mit der annähernd vertikal verlaufenden A. descendens genicularis (Pfeile), die als wichtiges Kollateralgefäß häufig zur Abbildung kommt.

Die A. poplitea beginnt unmittelbar distal des Adduktorenkanals. In ihrem Verlauf werden drei Segmente unterschieden:
Das supragenuale Poplitealsegment I (P I) erstreckt sich vom Unterrand des Adduktorenkanals bis zum Oberrand des medialen Gastrocnemiuskopfes (GN). Bei vorgeschaltetem Verschluss dient das Segment P I zusammen mit  P II als „Empfängersegment“ von Kollateralen.
Das genuale Poplitealsegment II (P II) (Pfeil) verläuft in der Tiefe der Kniekehle direkt dorsal des Gelenkraums und ist dadurch mechanischen Dehnungen, Biegungen und Scherkräften ausgesetzt („Bewegungssegment“). Die A. poplitea wird medialseitig von den Sehnen des Pes anserinus (PA) und des medialen Gastrocnemiuskopfes bedeckt. In Höhe des Kniegelenks gehen die als Kollateralen dienenden Gefäße des Rete articulare genus ab (Aa. superiores medialis et lateralis genus, A. media genus, Aa. inferiores medialis et lateralis genus).
Das infragenuale Poplitealsegment III (P III) reicht nach kaudal bis zum Abgang der A. tibialis anterior am Unterrand des M. popliteus. Durch die Aufzweigung in die Kruralarterien ist der PIII-Abschnitt das „Verteilersegment“ (popliteale Verteilerzone) für die Unterschenkeletage.

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