Gefäß-Bildgebung

Gefäßdiagnostische Verfahren

Die Diagnostik der peripheren Gefäße umfaßt die klinischen Parameter (Anamnese, beschwerdefreie Gehstrecke, Verschlußdrucke, Arm-Knöchel-Index u.a.), gefolgt von den bildgebenden Verfahren (Sonographie, DSA, CTA und MRA). Für eine differenzierte Therapieentscheidung (medikamentös, interventionell, chirurgisch oder kombiniert) muss die Bildgebung Aussagen über hämodynamisch relevante Stenosen, Längen von Gefäßverschlüssen und die Dichte von Kollateralgefäßen liefern. Hierfür ist die kontrastmittelverstärkte MR-Angiographie (MRA) bestens geeignet. Sie sollte in der bildgebenden Gefäßdiagnostik der Becken-Bein-Arterien vorrangig gegenüber der  Katheterangiographie eingesetzt werden, da sie für den Patienten schonend und risikoarm ist.

Indikationen zur peripheren MRA:

vorrangiger Einsatz in der Abklärung peripherer Durchblutungsstörungen
fehlender Leistenpuls oder frustrane Katheterpassage
unvollständige Katheterangiographie (insb. bei Mehretagenverschlüssen)
Patient mit Gefäß-Kunststoffprothese
Patient mit Unverträglichkeit gegenüber Röntgen-Kontrastmitteln
Verdacht auf zystische Adventitiadegeneration
(Schwangerschaft)

Die Katheterangiographie ist indiziert, wenn durch eine duplexsonographische Vordiagnostik eine Stenose oder ein kurzstreckiges Verschlusssegment bekannt ist und in der gleichen Kathetersitzung interventionell behandelt werden kann.

Vergleich der diagnostischen Verfahren

Der Qualitätsstandard der MRA wurde in den letzten Jahren stetig verbessert. In der Erkennung therapierelevanter Stenosen (Lumeneinengung > 50% bis 70%) weist die MRA Sensitivitäten und Spezifitäten zwischen 85% und 100% im Vergleich zur Katheterangiographie als Referenzstandard auf. Voraussetzung ist eine hochaufgelöste MRA-Untersuchungstechnik. MRA-Techniken ohne Hochauflösung neigen zur Überbewertung des Stenosegrades.

In der Bestimmung von exakten Verschlusslängen und im Nachweis von peripher anschlußfähigen Gefäßen („run-off-Arterien“) ist die MRA der DSA überlegen, gegenüber der Ultraschalluntersuchung sogar sehr deutlich. Additiv zum MRA-Luminogramm kann mit den MRT-Schnittbildern die Gefäßwand abgebildet werden („wall imaging“), was für die Interventionsplanung von Bedeutung sein.

Modalität

Vorteile
Nachteile

Duplex-Sonographie


- kostengünstig und verfügbar
- liefert Flussparameter
- Lumen- und Wanddarstellung

- untersucherabhängig
- zeitaufwändig
- schlechte Längsdarstellung

Katheter-Angiographie - derzeit Goldstandard
- hohe "in-plane"-Auflösung
- zeitaufgelöste Flussdynamik
- invasiv, risikobehaftet (1%)
- kostenintensiv
- Projektion ohne 3. Ebene
CT-Angiographie - nichtinvasiv
- Bildnachverarbeitung möglich
- Strahlenexposition
- Kalkplaques limitierened
MR-Angiographie - nichtinvasiv
- Bildnachverarbeitung möglich
- gute Längsdarstellung
- Hochauflösung notwendig
- Kalkplaques nicht dargestellt
- geringe "In-plane"-Auflösung

Aktuelles

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