Geistige Fitness

Achtsam und bewusst sein

Die vielfältigen Verpflichtungen, der Stress und die Hektik des modernen Lebens machen es einem schwer, die wichtigen Dinge des Lebens bewusst wahrzunehmen und auf die wichtigen Details der Gegenwart

zu achten. Meist wollen wir mehrere Tätigkeiten gleichzeitig erledigen („Multitasking“) und denken beim Abarbeiten der einen Verpflichtung bereits schon an die nächste Aufgabe. Zudem sind wir über Telefon und Handy permanent erreichbar und müssen zusätzlich noch die Fülle an Informationen verarbeiten, die uns Radio, Fernsehen, Zeitung und Internet unablässig offerieren. Die Folgen sind hinlänglich bekannt: Gefühle der Überforderung und Unzufriedenheit, Grübeln und Nachdenken, Schlaflosigkeit und Depression bis hin zur sozialen Abkoppelung und zum „Burn-out“.

Achtsamkeit

Multitasking ist unphysiologisch und läuft der menschlichen Psyche zuwider. Sinnvoll und sinnerfüllend ist es, bei jeder Aufgabe jeweils einen Schritt nach dem anderen durchzuführen und dabei Achtsamkeit und das Bewusstsein für Details walten zu lassen. Dieser Erkenntnis hat sich in der Verhaltensmedizin mittlerweile das Programm der „Mindfulness Based Stress Reduction“ (MBSR) verschrieben. Denn statt hektischem und unerfülltem Alltag geht es auch anders. Hier einige Tipps für mehr Achtsamkeit:

Bewusste Körperwahrnehmung: Morgens noch vor dem Aufstehen im Bett den Körper strecken und dehnen, dabei den Rücken und die Muskeln wahrnehmen.

Bewusstes Sitzen: Aufrechte Haltung einnehmen, rechtwinklige Beugung in Hüfte und Knien, Schultern nach hinten, Beine zusammenführen. Die Sitzhaltung verinnerlichen.

Bewusstes Essen: Jeden Bissen betrachten, riechen, schmecken und im Mund mit vielen Kauvorgängen zergehen lassen. „Slow food“ zelebrieren.

Bewusste Stille: Einfach mal das Radio ausschalten und niemals das Fernsehen „nebenbei“ laufen lassen. Phasen der telefonischen Unerreichbarkeit einlegen.

Bewusstes Atemtraining: Fünf Minuten Auszeit nehmen, die Augen schließen und konzentriert die Ein- und Ausatemphasen wahrnehmen, die Gedanken nicht abschweifen lassen.

Bewusste Beobachtung: Einen Vorgang in der Natur oder einen Menschen in der Umgebung detailgenau beobachten und die gewonnenen Erkenntnisse auf die Positivliste setzen.

Bewusste Rituale: Definierte Abläufe wie feste Essensregeln, tägliche Bewegung oder feste Fernsehzeiten erleichtern das Leben und reduzieren Stressfaktoren. Abweichungen sollte man sich „bewusst“ gönnen.

Bewusste Herausforderung: Eine Problemsituation nicht als unangenehm und unlösbar bewerten, sondern als Chance für persönliches Wachstum und Lernen sehen.

Bewusster Tagesablauf: Wichtige Aufgaben definieren, diese konsequent verfolgen und am Abend bewerten. Kam ich meinem Tages-, Wochen-, Jahres- oder Lebensziel näher?

Weitere Informationen zum Thema Achtsamkeit finden Sie unter:

- Eßwein JT. Achtsamkeitstraining. GU-Verlag, München 2010 (mit Übungs-CDROM)

- www.mbsr-verband.org

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