Bewegung & Sport

Auf gesunde Füße achten

Unsere Füße sind genial aufgebaut in Form von spiralförmigen Quer- und Längsgewölben. Durch diese einzigartige Konstruktion können die Füße enorm viel Gewicht aufnehmen, wenn man berücksichtigt,

dass die Füße im Verhältnis zur Körperlänge relativ klein sind. So muss ein Fuß bei jedem Schritt ungefähr das Dreifache des Körpergewichts abfedern.

Die Anatomie der Füße umfaßt jeweils ca. 30 Knochen und Gelenke, die über ca. 60 Muskeln, 100 Bänder und Sehnen untereinander verbunden sind. Hierdurch wird eine hohe Stabilität bei gleichzeitiger Beweglichkeit erreicht. Ca. 70.000 Nervenenden sorgen beim aufrechten Körpergang für die nötige Balance. Der gesunde Fuß kann einfach anhand der Verschwielung der Fußsohle erkannt werden, die sich bei erhaltenen Quer- und Längsgewölben nur an der Ferse und an den Groß- und Kleinzehenballen ausbildet.

Zwar kommen fast alle Kinder mit gesunden Füßen zur Welt, jedoch erwerben in den zivilisierten Ländern mehr als 60% aller Menschen im Laufe ihres Leben gravierende Fußprobleme wie Senk- und Spreizfuß, Hallux valgus, Zehengelenksarthrosen und Fersensporn.

Die Ursachen sind fast immer hausgemacht:

  1. Zu enge, zu spitze und zu hohe Schuhe spielen den Füßen übel mit. Ca. 80% aller Deutschen tragen schlechtes Schuhwerk. So verlagern hohe Absätze („high heels“) das Körpergewicht, das normalerweise von den Fersen aufgenommen wird, auf den Vorfuss und die Zehen, die nach vorne rutschen und eingeklemmt werden. Gleichzeitig wird die gesamte Wirbelsäule fehlbelastet. Ist in einem flachen Schuh kein ausreichendes Fußbett eingearbeitet, müssen sich die Zehen in die Sohle einkrallen, wodurch Zehendeformitäten und –arthrosen entstehen.

  2. Zu hohes Körpergewicht überlastet das Fußgewölbe. Mehr als die Hälfte aller Deutschen ist mittlerweile übergewichtig.

  3. Zu wenig Bewegung unterfordert die Fuß- und Wadenmuskulatur. Als Folge werden die Muskeln abgebaut („Muskelatrophie“) und auch die stabilisierenden Bänder und Sehnen erschlaffen.

  4. Die Füße sind weit aus dem Blickfeld und werden deshalb vernachlässigt und nicht ausreichend gepflegt. Beschwerlich ist es zudem im Alter, wenn der eingesteifte Körper den direkten Kontakt zu den eigenen Füßen verwehrt. Häufige Beschwerden bei trockener Haut sind Druckstellen, eingewachsene Nägel, Hühneraugen und Fußpilz. Nach Eindringen von Keimen durch Blasen und eingerissene Haut bilden sich leicht Infektionen aus, besonders in den Wintermonaten, in denen die Füße von warmem Schuhwerk umgeben sind. Auch bei den heute beliebten, meist billigen Turnschuhen kommen die Füße leicht ins Schwitzen, was es den Pilzen leicht macht.

Bei der Erhaltung von gesunden Füßen kommt es auf folgende Grundregeln an:

  1. Gute Schuhe sind entscheidend. Ein hochwertiger Schuh mit anatomischem Fußbett und stabilem Schaft gibt dem Fuß in jeder Stellung sicheren Halt. In einem guten Schuh sitzt die Ferse fest, während die Zehen ca. einen Zentimeter frei sind, um Blasen zu vermeiden. Eine rutschfeste Sohle gewährleistet den sicheren Gang. Vom passenden Schuh und dem richtigen Auftritt profitieren die Wirbelsäule und gesamte Körperstatik mit Schonung der übrigen Beingelenke. Schuhwerk und Absatzhöhe sollten im Lauf eines Tages nach Möglichkeit gewechselt werden.

  2. Öfters Barfußgehen tut den Füßen und dem ganzen Körper richtig gut. Barfußlaufen verhindert Fehlstellungen, weil die Füße sich dem Untergrund anpassen und eine optimale Fußstellung einnehmen müssen. Dadurch wird die Fußmuskulatur koordiniert und trainiert. Der Reiz auf die Fußsohle wirkt zudem wie eine Fußreflexzonenmassage, die Blockaden im Organismus zu lösen vermag. Vorsicht sollten Diabetiker beim Barfußgehen walten lassen. Dem Barfußlaufen werden auch positive Einflüsse auf das Immunsystem und Herz-Kreislauf-System nachgesagt.

  3. Nike FreeDie gleiche Wirkung wird auch durch den Wackelschuh "Nike Free" erzielt, bei dem die tiefen Kerben in der Schuhsohle für ein ständiges Training der Fußmuskeln und ein Ausbalancieren jeden Schritts sorgen. Der positive Effekt schließt die Wirbelsäule mit ein, weil durch den natürlichen Auftritt der Fuß locker abrollt und die Bandscheiben schont.

  4. Den besten prophylaktischen Effekt erzielt man durch eine einfache Fußpflege. Hierzu zählen das Massieren und Kneten des Mittelfußes und der Zehen, das Fußbad in warmem Wasser mit Ölzusatz nach einer langen Belastung, das Entfernen von Hautschuppen und Hornhaut sowie das Eincremen der Füße mit einer Kräutercreme.

  5. Pilzinfektionen der Zehennägel können im Anfangsstadium mit einem wasserlöslichen Nagellack bekämpft werden, z. B. mit Ciclopoli®, das rezeptfrei in der Apotheke erhältlich ist. Beim Hühnerauge wächst eine vermehrte Verhornung nach innen. Gelpflaster und polsternde Ringe können dem Hühnerauge Druck nehmen. Bleibt die gewünschte Heilung aus, müssen fortgeschrittene Infektionen und Hühneraugen vom Dermatologen und Fußpfleger behandelt werden.

Unsere Buchempfehlung:

Larsen C. Gut zu Fuß ein Leben lang: Erfolgsmethode Spiraldynamik® - mit 50 wirkungsvollen Übungen. Goldmann-Verlag. 8,99 €.

Aktuelles

Hier finden Sie Hinweise zu Publikationen, Vorträgen und zu unseren Partnern. Für Details bitte in die jeweilige Abbildung klicken.
drk2016.jpg